Mittwoch, 15. Oktober 2014

Niko Kampala!

Jambo Rafiki!


Letzten Mittwoch wurden Lu und ich zu unseren Freunden ( den "Best buddies" ) nach Hause zum Abendessen eingeladen. Der Weg dorthin war schwerer als gedacht im Tuk-Tuk, da wir von einem riesigen Gewitter, was starke Windböen mit Sand und Stromausfall beinhaltete, überrascht wurden. Komisch war, dass der Regenbogen schon vorher zu sehen war, den gigantischsten und höchsten, den ich bisher gesehen habe. Der Bruder von Don wollte für uns Ugali mit kleinen Fischchen kochen. Da er aber nicht da war, gab es im Endeffekt Pommes mit Avocado. Den Abend ließen wir bequem mit Wahrheit oder Pflicht ausklingen, bevor sie uns heimbrachten.


Am Donnerstag ging es an das Rucksackpacken, denn um 1.30 pm fuhr unser Bus nach Kampala, in die Haupstadt Ugandas, los.

Wir haben uns auf unseren zweiten Trip sehr gefreut!



Schon im Bus erschlug einen die prächtige Natur Kenias und Ugandas, die man erst so richtig wahrnimmt, wenn man etwas aus der Stadt herausfährt. Mit zwei Stunden Verspätung kamen wir dann endlich im riesigen Kampala an, wo wir dann von zwei anderen Freiwilligen von VIA e.V., Johanna und Mascha, abgeholt wurden. Sie wohnen am Ende der Stadt in Munyonyo, was etwa 30 Minuten Autofahrt war. Dort wurden wir von ihrer Unterkunft erschlagen:


Sie haben ein ganzes Haus für sich alleine, ein riesen Wohnzimmer mit genügend Schlafmöglichkeiten, eine Küche, 2 Zimmer und 2 Bäder. Wir haben das Leben für die zwei Tage dort sehr genossen!



Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt. Zuerst waren wir auf dem Friday Market, wo es viele traditionelle und schöne Sachen gab. Dann ging es weiter. Wir durchquerten volle und unübersichtliche Straßen, die mit Menschenmassen gefüllt waren, enge Shoppingmalls, den Old Taxi Park und kamen schlussendlich in einem Secondhand Green Shop aus, wo wir uns erstmal für 1€ pro Kleidungsstück eingedeckt haben.


Old Taxi Park

















Kurz darauf haben wir doch tatsächlich einen Brotladen hier gefunden, wo wir uns mit einem Vollkornbaguettesandwich mit Käse ( nach 5 Wochen zum ersten Mal!) und Tomate vergnügten.

Den Abend verbrachten wir in einer Bar, jedoch war dieser nicht sehr lange. Ich habe bemerkt, dass es etwas ganz anderes ist, in einer Großstadt wie Kampala zu sein. Die langen Fahrten in die Innenstadt, der viele Verkehr, die schlechte Luft und ständige Obacht sind sehr anstrengend und machen einen echt fertig - Kisumu, die drittgrößte Stadt Kenias, ist im Vergleich hierzu ein Dorf.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den zwei tollen Mädels und fuhren nach Ntinda, ans andere Ende der Stadt, etwa 45 Minuten mit dem Motorrad. Dort wartete Jonas, ein anderer Freiwilliger schon sehnsüchtig auf uns. Als wir an seiner und der Wohnung von Iris ankamen, luden wir nur unser Gepäck ab, schnappten uns noch Rolex ( Chapati eingerollt mit Ei und Tomate) als Proviant und fuhren mit einer Truppe von insgesamt 10 Freiwilligen aus Deutschland mit dem Motorrad ans Fußballstadion in Kampala, um das Länderspiel Uganda VS Togo anzugucken.

Bild mit Jonas und netten Fremden. Die ugandische Flagge ähnelt der deutschen übrigens sehr!

Noch nie habe ich eine solch riesige Menschenmasse feiern sehen bei einem Länderspiel, es waren viel mehr Leute auf den Straßen als in Deutschland bei dem WM Finale 2014! Überall konnte man Flaggen, Trikots oder Bemalungen kaufen! Und die Stimmung am und im Stadion war gigantisch. So ließen wir uns 90 Minuten in der Sonne bruzeln, um mit einer Niederlage von 0:1 wieder heimzufahren, die aber nicht sehr tragisch war.


Dort kochten wir Spaghetti für 8 Personen, unterhielten uns in der schön eingerichteten und ähnlich großen Wohnung wie das Haus von Mascha und Johanna mit den anderen Freiwilligen und zum machten uns dann auf den Weg ins Bett, da sonntags ein großer Tag für uns war!




Sonntag früh fuhren wir zum Taxi Park, um nach einem Taxi ( komfortable Matatus ) nach Masaka in den Mpanga Park zu fahren. Wir wurden dort sehr herzlich von Einheimischen begrüßt, bekamen eine sehr kurze Einweisung und liefen dann einfach in den Regenwald rein. Es war so gigantisch, man findet dafür keine Worte, das muss man selber gesehen haben. Aber ein Gefühl ist toll, wenn man an so großen Bäumen vorbeikommt: Das Gefühl, sich mal wieder klein zu fühlen und zu merken, wie beherrschend die Natur doch ist.

Angsteinflößend, dieser Vogel





Am Ende fanden wir sogar eine Liane und konnten es natürlich nicht lassen, einmal Tarzan zu spielen. Das hat so unglaublich Spaß gemacht! Leider haben wir aber weder Tarzan noch echte Affen gesehen, dafür aber ganz viele Spinnennetze und eine afrikanische Raupe.



Erschöpft kamen wir nachmittags wieder in Ntinda an, packten unsere Sachen, verabschiedeten uns wieder einmal und machten uns auf den Weg zur Easy Coach Bus Station. Es war das erste Mal, dass wir uns richtig verlaufen haben, uns keiner weiterhelfen konnte und wir keine Ahnung hatten, wohin mit uns. Ziemlich gruseliges Gefühl. Punkt zur Abfahrtszeit waren wir dann schlussendlich doch dort. Nachts um 2 Uhr wurden wir von Don und Ian in Kisumu abgeholt, obwohl die Station nur etwa 300 Meter weg vom Haus liegt - doch unser Estate, der übersetzt Hyäne bedeutet, sowie viele andere Bereiche sollte man nachts meiden, da es wirklich gefährlich sein kann, vor allem für hellhäutige Mädchen.

Es ist ein schönes Gefühl, wieder Zuhause zu sein. Nur habe ich jetzt seit zwei Tagen wieder Magenprobleme, weil ich böses Kind wieder irgendwas Falsches gegessen habe und ich wünsche mir so sehr Salzstangen - geht aber sicher bald vorbei!








  The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.

                                        - Albert Camus

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Waka Waka



Gleich zum Einstieg was Interessantes:

Gut zu wissen: Schon Ende September holen die kenianischen Supermärkte ihre Weihnachtslichterketten mit Schneemännern( grotesk: Palmen im Hintergrund) und Sternen hervor und hängen sie auf. Sogar die Lehrer ändern ihren Klingelton in Weihnachtslieder um.



So, jetzt ist es aber schon Oktober und nun ist es also genau einen Monat her, als ich mich von all meinen Lieben verabschiedete und ins Flugzeug einstieg. Vor einem Monat fing mein Abenteuer hier an. Seit einem Monat lebe ich mit mir einer vorher völlig fremden Person in einer kleinen Wohung hier mitten im Afrika ohne Wasser und Waschbecken. Eigentlich bin ich ständiger Gefahren ausgesetzt und werde ständig von Mosquitos belästigt. Seit einem Monat gucken mich die Menschen hier völlig komisch an und ich bin die Fremde. Schon einen Monat lang wasche ich meine Wäsche von der Hand und muss bei einer zersplitterten Glasflasche auf meinem dunklen Steinboden ohne Staubsauger zurechtkommen.



Ja genau, so ist das. Aber lasst uns das alles doch mal anders betrachten. Nämlich aus der Perspektive, wie ich alles wahrnehme. Und wie ich mich fühle.



Das mit dem Abschied stimmt natürlich, und dass ich ins Flugzeug eingestiegen bin auch.

Nur lebe ich seit einem Monat mit einer inzwischen sehr guten Freundin zusammen, in einer für die vorliegenden Verhältnisse sehr großen Wohnung (meiner ersten eigenen!) und wir bekommen fast täglich Wasser geliefert von unserem Wassermann Julius. In Kisumu fühle ich pudelwohl und kann unter einem Mosquitonetz schlafen. Innerhalb eines Monats fanden wir hier tolle Freunde und haben Spaß daran, jeden Morgen in die Schule zu fahren und die Kinder sich freuen zu sehen. Was kann es denn besseres geben?



For me, this is the place to be!





Ein Monat hier bedeutet auch gleich: Die fünfte Woche in der Schule ist angebrochen, vom 08.-12.10. ist hier bereits "Half-term". Über diese Zeit gehen die Kinder und Jugendlichen nach Hause. In dieser Zeit habe ich sowohl viel über die Schule gelernt, als auch über mich.



Wir haben das Schulsystem verstanden und wissen, was die Kinder brauchen – viel Umgang und Beschäftigung mit Spielen und Spielzeugen, vor allem in den Pausen, und viel Musik. Das macht den älteren ( die älteste ist übrigens 24 Jahre alt!) sowie den jüngeren Schülern sehr viel Spaß, das kann man sich kaum vorstellen. Ich habe noch nie so glückliche Kinder wie diese gesehen.




Die Kinder haben alle verschiedene Arten von Behinderungen – einige können nicht oder kaum sprechen, einige kaum und einer gar nicht laufen, Kinder mit Down-Syndrom und viele weitere.

Über mich kann ich sagen, dass ich mit fast allen Kindern sehr gut zurecht komme und mit einigen wenigen kaum. Ich weiß unter anderem, was ich sehen kann und wann es mir reicht, was schon viel gewonnen ist, finde ich.




Nachdem wir in der Schule das Mandazi-Projekt von Carina und Lena weiterführen, haben wir jetzt mit unserem ersten Mini-Projekt angefangen. Gleich an unserem ersten Tag zeigte uns die Headteacherin nämlich ihren Garten, in dem sie Tomaten, Kohl und Spinat anpflanzt und meinte, er müsste dringend mal gejätet und erneuert werden. Dies nahmen wir diese Woche mit Freude in Angriff!




 
Bis alles fertig ist, wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, doch der Unterschied von vorher zu nachher ist gewaltig! Zudem wurden die Poster an den Wänden des Workshop 4 komplett abgemacht und geputzt, sodass jetzt Platz für Neues ist. Lu und ich haben vor, einen Baum dort auf zu malen. Die Blätter des Baumes werden Fotos der Schüler werden. Diese Idee traf bei der Lehrerin bereits auf positive Rückmeldung! 





Am Freitag genossen wir unseren Feierabend wieder am Hippo Point, wo wir dieses Mal neben 2 erwachsenen Hippos sogar ein Babyhippo gesehen haben ( es war zu klein um es gut zu fotografieren, aber ich habe an dich gedacht, Andrea! )





Gelber Vogel!













































Samstag kam es dann zu unserem großen Tag. Wir trafen uns morgens mit Ian, der in unserer Schule ein Praktikum macht und mit seinem besten Freund Don und Ishmael, um mit dem Matatu nach Maseno ( mit dem Auto ca. 20 min) in die Berge zum Wandern zu fahren.


Zuerst kamen sie natürlich etwa 45 min zu spät, des Weiteren hat es ewig gedauert bis uns ein Matatu mitnehmen wollte. Und in dem, das uns dann mitnahm, hat dann einfach plötzlich der Fahrer für eine halbe Stunde gefehlt. Aber okay. Nach einer Stunde Fahrt waren wir endlich da und verwöhnten uns erst einmal mit Ananasscheiben. Lu und ich waren wirklich sehr gespannt, was Ishmael, der ein Naturmensch ist und uns anführte, da so geplant hatte.

Gleich auf dem ersten Weg hin zum Berg trafen wir sehr unerwartet auf eine Sensation: Eeeeeeendlich sah ich mal meine Lieblingstiere (neben den Hippos) in Wirklichkeit! Ich war so unendlich glücklich, also konnte der Tag nur gut werden.











Wir sind kleine Schleichwege an Palmen und Kühen entlanggelaufen inmitten der schönsten Natur, die ich bisher gesehen habe.





Sogar einen kleinen Wasserfall haben wir gesehen und ihm gespannt zugeguckt.







 Aufstieg war anstrengender als gedacht und wir waren schlussendlich alle froh, oben angekommen zu sein. Der Ausblick war überragend – man sah alle kleinen Inseln im See und konnte sogar ganz rechts nach Uganda schauen.




Die Gang



Plötzlich fing es an zu tröpfeln. Glücklicherweise kam uns eine alte Frau entgegen und meinte, wir sollten doch, wenn es richtig anfange zu regnen, in ihr Haus kommen, wir seien sehr willkommen. Wie es so sein sollte, fing das Gewitter dann richtig an, also sind wir ab ins Haus. Es war so herzlich von dieser Frau. Sie hat es wieder einmal geschafft, mich voll und ganz zu begeistern - sie hat mir gezeigt, dass man nicht viel zum Leben braucht: sie baut die Dinge, die sie isst, selbst an und bereitet sie zu. Das Wasser kann sie aus der Quelle vom Berg schöpfen. Was braucht man mehr? Zudem hat sie zwei Kinder, die zur Schule gehen und jeden Morgen runter in die Stadt laufen. Also, alles ist möglich :)


Als es aufhörte zu regnen sind wir wieder Berg abwärts gelaufen, das Gewitter noch immer direkt über uns, man hat es richtig gespürt, denn der Donner ist durch den ganzen Körper gefahren. Auf dem Rückweg haben wir noch Ishmaels Großmutter beziehungsweise Großfamilie besucht, die ein riesen Grundstück besitzen. Sie hat uns herzlich empfangen und uns Soda und Biscuits angeboten, so freundlich! Auch den Äquator haben wir besucht.

Ich stehe zwischen 2 Welten!



Mit schwarzen Wolken über den Bergen und der Abendsonne im Rücken machten wir uns auf den Rückweg und warteten auf einen Bus. Der vollste von allen hat uns dann mitgenommen, wir sind mehr oder weniger aufgesprungen und standen so eingeengt wie noch nie in einemBus – es war wie in einem Film.












Abends waren wir völlig fertig von so vielen Eindrücken und so viel Laufen, doch das hielt uns nicht vom Feiern ab. Zu fünft sind wir dann abends noch in den Club, die Jungs Veve ( sieht aus wie Gras, wirkt aber anscheinend „cool“) kauend und wir auf der Tanzfläche zu „I got a hangover“ abfeiernd - wir waren ganz froh, mal ein paar Lieder zu kennen. Dort trafen wir auch Lisa und einen deutschen Kumpel, was die Party noch mehr anheizte. Die Afrikaner tanzen allerdings wirklich sehr anders als wir in Deutschland – sehr auf Körperkontakt aus und alles sehr eng. Dafür können sie im Gegenzug aber nicht auf unsere Musik feiern, wie wir feststellten. Das Bier hier ist übrigens echt lecker! Es war unbeschreiblich schön, die Diskotek mit Ausblick auf den Victoriasee im Dunkeln und alles einfach.



Dieser Tag hat Lu und mir so sehr gefallen, dass es uns vorkam, als ob wir das alles nicht an einem, sondern an zwei Tagen erlebt haben. Wir sind so froh, gute Freunde gefunden zu haben, die hier auch einfach mal abends vorbeikommen und man sich einfach nur unterhält und beisammen ist. Beispielsweise bringt Lisa uns öfters mal was zum Essen vorbei oder Rawia (7) probiert unser Geschirr abzuwaschen, was in einer totalen Wasserschlacht endet. Sie dachte, das Wasser sei zu dreckig, um darin abzuspülen, und hat anstatt dessen einfach Wasser über das Geschirr geleert. Als ich nachprüfte, ob das Wasser tatsächlich dreckig ist, stellte ich kopfschüttelnd fest, dass es TOTAL GRÜN IST VON EINER HALBEN REINGESCHÜTTETEN FLASCHE SPÜLMITTEL. Schon klar, warum das Wasser dreckig ist...solche Aktionen versüßen uns dann den Tag.



Zudem gehen wir ab Donnerstag auf Reisen nach Uganda und sind sehr gespannt auf unser Abenteuer!




“Why do you go away? So that you can come back. So that you can see the place you came from with new eyes and extra colors. And the people there see you differently, too. Coming back to where you started is not the same as never leaving.”

Dienstag, 30. September 2014

Tunaenda Shuleni



Grüß Gott! Nach all den vorigen Einträgen möchte ich euch heute nun mal unser sogenanntes Alltagsleben vorstellen! Viel Spaß beim Lesen :)

  
                                                                                   ~~~ 

 
Lu und ich stehen jeden morgen um 7 Uhr auf. Gleich nach einem mit Liebe hingerichteten Frühstück geht es direkt mit dem Piki Piki (der nette Fahrer wartet immer direkt vor unserem Haus) los in die Schule, die direkt neben der Müllhalde der Stadt liegt.


Dort erwarten uns jeden Morgen die Kleinen und freuen sich über unsere Anwesenheit. Die Schule fängt um 8 Uhr jeden morgen mit der Assembly an, die in einer großen Halle stattfindet.


Ein Lehrer leitet die dreiviertelstündige Assembly immer. Zuerst werden die Kinder nach dem heutigen Datum gefragt und dem Jahr. Danach folgt eine Geschichte aus der Bibel, so ziemlich alles auf Kisuaheli. Ab und zu switchen sie immer ins Englische, wobei man sich dann fragt : „ Hab ich da grad wirklich Englisch verstanden oder war es Kisuaheli?“. Zwischendurch wird ständig gesungen. Entweder stimmt ein Lehrer ein, oder Kinder werden nach vorne gebeten und bringen die Bude zum Rocken, indem plötzlich alle mitsingen und klatschen. Neuerdings wird sogar manchmal die Musikanlage dazugestellt, damit die Kinder tanzen können. Das Austoben vor dem Unterricht soll die Konzentration in den folgenden Stunden fördern, was auch ganz gut funktioniert. Mit einem abschließendem Gebet wird die Assembly abgeschlossen.

Nun verlassen zuerst die Lehrer, dann die Schüler den Raum. Währenddessen stellen sich die Lehrer draußen in einer Reihe auf und begrüßen sich gegenseitig mit einem Händedruck, was danach auch die Kinder machen. Diese Geste finde ich sehr schön und man fühlt sich willkommen und alle wissen, er oder sie ist heute da. Danach gehen alle in ihre Klassen.

Die Klassen sind aufgeteilt von der Pre – Primary, Primary 1 & 2& 3, Pre-Voc. Danach folgen die 4 Workshops: Homemaking(+Mandazi), Nähen, Agriculture & Woodwork. Besonders ist außerdem die Autistenklasse. Zusätzlich muss man ergänzen, dass die Schule eine sogenannte Boarding school ist und die meisten Kinder die Woche über bleiben. Nachts kümmern sich Housewives um sie und über die Ferien gehen alle zu ihrer Familie.

Schlafsäle der Mädchen

Schlafsäle der Jungen

Räume der Workshops






Pre-Primary wird den Kindern Disziplin beigebracht. Egal von wo die Kinder kommen, das ist sozusagen die Auffangstation. Zudem wird ihre Grobmotorik gefördert 
( mit Lego, Stiften uvm. Spielen). Vergleichbar ist es mit einem Kindergarten.

In den verschiedenen Primarys wird das Niveau immer weiter gesteigert, sodass man in Primary 3 sogar verschiedene Fächer wie Kiswahili oder Mathe hat, natürlich auf einem sehr einfachen Level.

In der Pre-voc werden die individuellen Fähigkeiten der Kinder festgestellt und auf ihren Workshop vorbereitet.



Weitere Aktivitäten der Schule: Montags ab 14.30 Uhr ist die Spielekiste geöffnet, Dienstags und Donnerstags gibt es Musik.

Jeder Tag hat eine Tea-Break, Lunch ( was zwischen Githeri, Ugali und Reis mit Bohnen variiert: Ich vermiss das deutsche Essen unglaublich!) und endet für uns um 15.30 Uhr, freitags sogar schon um 12.30 Uhr!
Lu und ich haben uns jetzt hauptsächlich für die Primary 2&3 und den Homemaking Workshop 4, der jeden Morgen das Mandazi Kochen und gelegentlich Feuerholz holen beinhaltet, entschieden und erstellen uns jetzt unseren eigenen Stundenplan, indem wir uns mit den einzelnen Klassen abwechseln werden.

Eigene kleine Projekte haben wir uns auch schon überlegt.

Da wir sehr interessiert an Kiswahili sind, hat uns ein Lehrer eine Nachhilfe gesucht. Seit bereits 2 Wochen haben wir Kiswahili Unterricht bei Miriam, der Lehrerin von WK 4, und wir machen wirklich große Fortschritte... sogar schon so große, dass wir ab Mitte Oktober morgens in der Assembly den Part der Lehrerin am Anfang übernehmen dürfen. Wir sollen sie begrüßen, das Datum erfragen und dann in ein Lied einstimmen. Wir freuen uns da jetzt schon sehr darauf und waren von der tollen Idee doch sehr überrascht!

Nach so einem Tag sind wir meistens ziemlich erledigt und lassen uns von unserem „Sternchen“, einem treuen Piki Piki Fahrer, heimfahren. Daheim geht es meistens an Hausarbeit (unter anderem müssen wir auch unsere Müllverbrennungsanlage anschmeißen).



Jedoch bekommen wir auch oft Besuch von unserer kleinen Nachbarin Ravia.




Manchmal sind wir auch zu faul zu kochen und fahren an den Hippo Point um Fisch zu essen und 0,5 l Cola für knappe 50 ct zu schlürfen.

...wird zum Glück mit den Händen gegessen!







Es ist wirklich ein tolles Gefühl, überall Willkommen zu sein. Das habe ich noch nie so sehr gespürt wie hier. Natürlich gibt es auch nicht nette Leute, die einen entweder nur dumm angucken oder blöde Sachen sagen – aber die gibt es fast überall auf der Welt.

Ich für meinen Teil bin hier zufrieden. Keine kalten Füße seit fast 4 Wochen, man verhungert nicht, weil die Läden gefühlt 24/7 offen haben und ich außerdem eine super Mitbewohnerin habe, die immer für mich da ist!

Jeden Tag fällt mein Blick mindestens einmal auf meine riesige Weltkarte in meinem Zimmer. Zuerst denke ich immer: Krass, so weit weg von daheim und genau auf dem Äquator und … ich bin am Ziel!


Montag, 22. September 2014

Kwa matatu kwenda Kisii



Sasa!



Diese Woche war für mich sehr actionreich. Da flog einfach die Taschenlampe frech ins Klo.

Endlich Klobeleuchtung! 










Ibrahim, Miriam und Madame Mary
 













Gleich am Montag hatten wir Besuch von Freunden. Mittwochs bekamen wir Besuch von 3 Lehrern unserer Schule, Madame Miriam, Ibrahim und der Schulleiterin Mary. Sie waren zum Tee da und haben natürlich gleich einen deutschen ausprobieren wollen, von dem sie anschließend sogar ein paar Teebeutelchen mit nach Hause nahmen. Für mich war es neu, Lehrer zum Tee einzuladen muss ich ehrlich sagen, doch in Kenia ist das eine Form des Austauschs und Kennenlernens und es gehört zur Tagesordnung.

Freitags ging es dann nach einem letzten Abend mit Martin und Steffi, die jetzt nach Deutschland zurückkehren werden, los nach Kisii zu Anna, Tobi und Kathi.



Lisa, unsere Vermieterin und Freundin, brachte uns an die Matatu – Station – und das war auch gut so. Diese Stationen sind unglaublich groß und unüberschaubar, außerdem will jeder, dass man bei ihm mitfährt und fängt an zu diskutieren.



Nachdem das Matatu ( ein kleiner, alter Bus, in den eigentlich nur 14 Sitze reingebaut sind) voll war und endlich schlappe 21 Personen gequetscht nebeneinander saßen, fuhren wir los. Ich musste Lu erstmal festhalten, dass sie nicht aus dem Fenster fällt. 


 Die holprige, wachrüttelnde ( fast Jojo – artige), aber witzige Fahrt dauerte 2,5 Stunden. Dort empfing uns Anna, die mit einigen Matatufahrern zu kämpfen hatte, die sie ständig anfassten und wollten, dass sie mit ihnen fährt. Es stellte sich raus, dass wohl die Matatu-station in Kisii die heftigste sein muss was dies betrifft. Diese Fahrt war wirklich eine Erfahrung für sich wert und wir werden dieses Verkehrsmittel wohl noch öfters nutzen!










Alle zusammen gingen wir später Chapati essen. Die Chapati – Frau hatte jedoch bereits ihren Laden geschlossen, obwohl sie meinte, sie bereite uns etwas vor. Nach einem Anruf meinte sie, sie komme. Tatsächlich kam nach ca. 15 Minuten eine Frau aus dem Dunkeln hervor. Sie brachte uns in den kleinen Laden, der ohne Licht versehen war. Mit einer aufgehängten Taschenlampe aßen wir 5 jeweils 2 Chapatis mit Kartoffeln und Avocado für etwa umgerechnet 40 Cent. Für mich war dieser Abend der Wahnsinn und ein Zeichen, das ich zu schätzen weiß. Dieser Frau war es wirklich wichtig, Gastfreundschaft zu zeigen und ihr Essen zu verkaufen. Dafür finde ich keine Worte.

Ausblick von der Terrasse auf Kisii ins Hochland


Am nächsten Tag haben wir erstmal bemerkt, dass wir kein Wasser haben. In Kisii haben sie normal fließend Wasser mit Wasserhähnen und Duschen ( was für Lu und mich total Luxus gewesen wäre), die natürlich jetzt nicht mehr funktionieren. Also, wieder Wasser aus der Tonne nehmen :) 
 




Gegen Mittag sind wir los nach Tabaka, ca 50 km von Kisii entfernt, mit einem „Matatu“, eigentlich einem ziemlich alten Auto. Was wir nicht verstanden haben: Warum dürfen auf der Rückbank und vorne so viele sitzen ( beziehungsweise sich reinquetschen), aber im Kofferraum ist es illegal?? Man muss es nicht verstehen nehme ich an.












In Tabaka besuchten wir die Soap Stones. Naja, wir suchten sie zuerst. Von der Stadt auf sind wir etwa eine Stunde durch die Pampa geirrt und wurden von den Einheimischen ziemlich kritisch angeguckt. Der Piki Piki Fahrer erzählte uns wenig später, dass er hier noch nie einen Europäer gesehen habe. Juhu, wir waren die ersten! :)
So kreativ!

 Endlich hatten wir dann einen Kenianer gefunden, der uns zu den Steinen führte. Die waren auch wirklich sehr versteckt. 




Uns haben die Menschen sehr beeindruckt dort. Sie haben nur diese Steine, die sie zu verschiedenen Figuren meißeln und schlussendlich irgendwo verkaufen- und das alles in der Mittagshitze, die uns ganz schön zu schaffen machte. Der Mann auf dem Bild sprach sogar etwas deutsch!


Die Landschaft beeindruckte mich doch sehr.


Abends sind wir zusammen mit einem Freund der Kisii – Leute feiern gegangen. Wir waren in vier verschiedenen Clubs und zahlten keinen Cent für den Eintritt, da Bar und Club vereint ist. Ich stellte fest, dass das Bier hier richtig gut ist und hier Sachen Alkohol enthalten, die nicht danach schmecken. Jedoch muss ich mich wirklich wirklich noch an die Musik gewöhnen. Sie ist zwar super toll, aber weicht doch sehr von meinem momentanen Geschmack und Tanzstil ab. Ich bin zuversichtlich, dass wir es lernen werden, eine ganze Nacht hier durchzufeiern!



Sonntags betätigte ich den Lichtschalter und es stellte sich heraus, dass weder Wasser noch Strom zur Verfügung standen bei unserem erstem mal in Kisii. Sehr grotesk irgendwie...



Am Mittag besuchten wir die Schule, in der die drei arbeiten, was sehr interessant für uns war, besonders die eigenen Bananenplantage der Schule.



Nachmittags ging es wieder „Nach Hause“ . Es ist jedoch nun wirklich mein Zuhause geworden und ich war richtig froh, endlich wieder hier zu sein. Jetzt sitze ich hier, schreibe den Blog und draußen toben die lautestend Donner, die ich je gehört habe. Außerdem tropft Wasser vom strömenden Regen überall in der Wohnung von der Wand, was eine kleine Erfrischung mit sich bringt.



Ich freu mich auf die nächste Woche in der Schule. Nächstes Mal berichte dann endlich von unserer eigentlichen Arbeit hier in Kenia :)

Ich liebe den blauen Himmel hier und wir haben zum ersten Mal die Sonne wirklich im Zenit stehen sehen!